Der
Tekfur Palast
Es wurde angegrenzt zwischen die Landwände des Edirnekapı und des
Haliç in Istanbul gebaut. Den Untersuchungen nach wird behauptet,
dass es aus dem 13. Jahrhundert ist. Nach der Eroberung von Istanbul
im Jahre 1453 wurde es für verschiedene Zwecke verwendet.
Es wurde zwischen den Jahren 1955-1970 renoviert. Der Tekfur Palast
ist das einzig erhaltene Exemplar der Byzanzzeit.
Der
Dolmabahce Palast
Auch die osmanische Flotte hatte hier ihren Ankerplatz, und die
erwähnte Bucht, die das Aussehen eines natürlichen Hafens hatte,
wurde auf diese Weise zu einem Ort, an dem mit der Seefahrt
verbundene Zeremonien und Feierlichkeiten abgehalten wurden. Aber
seit dem 17. Jh. füllte sich die Bucht von Zeit zu Zeit mit Sand an;
auf diese Weise für die Seefahrt nicht mehr nutzbar, wurde der Ort
unter dem Namen Dolmabahce in einen Lustgarten für die Sultane
umgewandelt.
Dolmabahce, das im Laufe der Zeit von mehreren Sultanen mit
Pavillons und zusätzlichen Schlösschen ausgestattet wurde, wuchs so
zu einem stattlichen Schlosskomplex heran, der auch unter dem Namen
Besiktas-Uferpalast bekannt war.
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Der Dikilitas
beim Hippodrom |
Eingang zum
Dolmabahce Palast |
Dieser Besiktas-Uferpalast wurde in der Zeit Abdülmecids II.
(1839-1861) mit der Begründung, dass er aus Holz und damit
untauglich für die Benutzung sei, im Jahre 1843 abgerissen. Am
gleichen Ort wurden die Fundamente für den bis heute erhaltenen
Dolmabahce-Palast gelegt.
Das im Jahre 1856 fertig gestellte Anwesen misst zusammen mit seinen
Umfassungsmauern mehr als 110.000 m2. An das Hauptgebäude sind 16
kleine Nebengebäude angegliedert, die verschiedenen Zwecken dienten,
darunter u.a. Pferdeställe, Mühlen, Apotheken, Küchen, Speiseräume,
Gießerei, Konditorei, Glasbläserwerkstatt. Zurzeit Sultan
Abdülhamits II. (1876-1909) wurden diesen Bauten ein Uhrturm,
Räumlichkeiten für den Kronprinzen und im hinteren Garten
verschiedene Pavillons hinzugefügt.
Die Hauptgebäude des Palastes, deren Errichtung von den in ihrer
Zeit berühmten osmanischen Architekten Karabet und Nikogos Balyan
ausgeführt wurde, setzen sich aus den Empfangsräumen für Männer (Mabeyn-i
Hümâyûn), dem Zeremoniensaal und den Räumen für Frauen (Harem-i
Hümâyûn) zusammen. Die Empfangsräume für Männer waren den Arbeiten
der Staatsverwaltung vorbehalten, und die Räume der Frauen dienten
dem Privatleben des Sultans und seiner Familie. Der Zeremoniensaal
diente der Abhaltung von wichtigen Staatsfeiern und Gratulations-
sowie Empfangszeremonien, bei denen der Sultan mit den Würdenträgern
des Staates zusammentraf.
Der gesamte Bau ist dreistöckig, einschließlich des Kellers. Dieser
Palast, der in seiner Form, seinen Einzelheiten und in seiner
Dekoration unübersehbare westliche Einflüsse aufweist, ist ein
Ergebnis der Interpretationen dieser westlichen Einflüsse durch
osmanische Baumeister. Auf der anderen Seite weisen die Einrichtung
des Baus und auch die Anordnung der einzelnen Zimmer untereinander
den Grundriss eines traditionellen türkischen Hauses auf, der hier
nur in sehr großem Maßstabe umgesetzt wurde. Die Außenmauern sind
aus Stein und die Innenmauern aus Brennziegeln gefertigt; die
gesamte Inneneinrichtung ist dagegen aus Holz. Dem für moderne
Technologie offenen Palast wurden in den Jahren 1910-1912 Leitungen
für elektrischen Strom und ein Zentralheizungssystem hinzugefügt.
Eine Wohnfläche von 45.000 m2 verteilt sich auf 285 Zimmer, 46 Säle,
6 Bäder und 68 Waschräume. Auf dem meisterhaft und sehr sorgfältig
gearbeiteten Parkett erstrecken sich 4454 m2 Teppich, die zuerst in
der Königlichen Teppichweberei, später in den Fabriken von Hereke
hergestellt wurden.
Die den Männern vorbehaltenen Räume, in denen der Sultan seine
Staatsangelegenheiten abwickelte, stellen die wichtigsten
Räumlichkeiten des Dolmabahce-Palastes vor. Der Empfangssaal im
Eingang, die diesen mit dem oberen Stockwerk verbindende
Kristalltreppe, der Botschaftersaal, in dem die ausländischen
Botschafter empfangen und bewirtet wurden, und das Rote Zimmer, in
dem der Sultan empfing, waren prachtvoll dekoriert und ausgestattet
und brachten auf diese Weise die historisch gewachsene Pracht des
Reiches zur Geltung. Der im oberen Stockwerk gelegene Saal stellte
eine Art Übergangszimmer dar, das es dem Sultan erlaubte, ungestört
Zugang zu seinen Privatgemächern zu haben. Diese Privatgemächer
umfassten ein prächtig ausgestattetes Bad, dessen Marmor eigens für
den Sultan aus Ägypten herbeigeschafft wurde, ein Arbeitszimmer und
weitere Empfangsräume.
Der zwischen der Männer- und Frauenabteilung gelegene Empfangssaal
stellt den höchstgelegenen und prächtigsten Teil des
Palastes vor. Mit seiner mehr als 2000 m2 umfassenden
Fläche, seinen 56 Säulen, seiner 36 m hohen Kuppel unddem von
dieser Kuppel herabhängenden englischen Kronleuchter, dessen Gewicht
ca. 4.5 t beträgt, hebt sich dieser Saal deutlich von den anderen
Räumen des Palastes ab. Der Saal wird mit warmer Luft beheizt, die
aus dem Keller durch die Fundamente der Säulen nach oben geleitet
wird. Auf diese Weise konnten in der kalten Jahreszeit stattfindende
Zeremonien in angenehmer Umgebung abgehalten werden. An den Tagen,
an denen Empfänge aus Anlass eines moslemischen Festes stattfanden,
wurde der goldene Thron aus dem Topkapi-Palast hier aufgestellt. Von
diesem Thron aus nahm der Sultan die Glückwünsche der Oberen des
Reiches entgegen. Auf den Galerien nahmen Mitarbeiter von
ausländischen Botschaften, die Mitglieder des Palast-Orchesters und
weitere Gäste Platz.
Der Dolmabahce-Palast wurde unter westlichem Einfluss in Nachahmung
europäischer Schlösser erbaut. Trotzdem ist er hinsichtlich seiner
Funktionalität und der Ausstattung seiner Innenräume türkischen
Vorbildern verhaftet, wenn auch die Trennung in Männer- und
Frauenabteilungen nicht mehr so streng wie früher erfolgte. Aber die
Frauenabteilung ist hier nicht wie im Topkapi-Palast ein
eigenständiges Gebäude oder eine getrennt errichtete Abfolge von
Räumen, sondern es handelt sich um Privatgemächer, die unter dem
gleichen Dach innerhalb desselben Baus zur Nutzung bereitgestellt
wurden.
Die Frauenabteilung, die etwa 2/3 des Palastes ausmacht, ist mit
Hilfe von Korridoren zugänglich, die durch Eisen- und Holztüren zu
verschließen sind. Diese Vorrichtungen betonen die traditionelle
Abtrennung der Frauen- von der Männerabteilung. Die Säle im Harem,
die auf den Bosporus hinausschauen, schließen sich an Räume an, die
von den Sultanen, ihren Frauen und den weiblichen Bediensteten
genutzt wurden. Außerdem sind hier noch die Schlafräume der Prinzen
und Sultane, Arbeits- und Aufenthaltsräume untergebracht. Die
Privatgemächer der Sultansmutter, der Blaue und der Rosafarbene
Saal, die von Abdülmecid, Abdülaziz und Resat genutzten Räume, die
Abteilung für weibliche Bedienstete sowie deren Aufseherinnen, das
Arbeits- und Schlafzimmer Atatürks, unzählige Wert- und
Kunstgegenstände wie Teppiche, Bilder, Vasen, Kronleuchter und
Gemälde stellen die interessanten und beeindruckende Gegenstände
dar, die im Harem des Palastes zu bewundern sind.
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Dolmabahce
Palast bei Nacht |
Eingang zum
Topkapi-Palast |
Alle Einheiten des Dolmabahce-Palastes sind restauriert und für
Besucher zugänglich gemacht worden. In zwei Ausstellungssälen sind
die Wertgegenstände des Palastes zu bewundern, in anderen Räumen
sind Beispiele aus der Yildiz-Porzellan-Sammlung vorgestellt, und aus
der Gemäldesammlung der Staatlichen Schlösser entlehnte Bilder
bieten sich in der "Kunstgalerie" meistens für längere Zeit dem Auge
des Besuchers dar. Im unterhalb dieser Galerie gelegenen Stockwerk
ist eine Dauerausstellung zu besichtigen, die verschiedene Objekte
und bauliche Ausschmückungen des Palastes sowie Vogelminiaturen
zeigt. Auf diesem Stockwerk finden sich die in der Männerabteilung
gelegene Bibliothek des Abdülmecit, die zusammen mit dem erwähnten
historischen Korridor meistens für Ausstellungszwecke genutzt wird.
In der gleich im Eingang des Palastes gelegenen früheren
Mobiliarwerkstatt ist heute das Kultur- und Informationszentrum
untergebracht, das Informationen über die in den Staatlichen
Schlössern ablaufenden wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt.
Ebenso ist eine Bibliothek eingerichtet worden, die vor allem im 19
Jh. verfasste Werke enthält und zur wissenschaftlichen Nutzung
bereitsteht.
Den Besuchern zugängliche Cafes und Geschäfte wurden im Uhrenturm,
in der Mobiliarwerkstatt, in den Speiseräumen, im Harem sowie
Privatgemächern des Kronprinzen eingerichtet. Hier werden neben vom
Kultur- und Informationszentrum herausgegebenen Büchern und
Postkarten, die Informationen über das genannte Bauwerk vermitteln,
auch Reproduktionen aus der Gemäldesammlung der Staatlichen
Schlösser zum Verkauf angeboten. Der Empfangssaal und die Gärten
dagegen werden für Staatsempfänge genutzt. Mit Hilfe dieser neuen
Anordnungen ist der Palast in der Lage, sich als Museum zu
präsentieren, in dem Kunst und Kultur ungehinderte Ausprägung
erfahren können.
Florya – Atatürks Küstenresidenz
Zwischen den Orten Yeşilköy und Küçükçekmece an der Küste des
Marmara Meeres liegt Florya, damals ein kleiner trostloser Flecken,
der im 19. Jahrhundert gern als Jagdgebiet aufgesucht wurde. Mit dem
Interesse Atatürks für diesen Ort jedoch verwandelte er sich mehr
und mehr in ein Urlaubs- und Erholungsziel.
Die Sommer - Villa, die für Atatürk von der Istanbuler
Stadtverwaltung unter der Leitung des Architekten Seyfi Arkan gebaut
wurde, war am 14. August 1935 bezugsfertig.
Der große Führer hat hier die Sommermonate Juni und Juli des Jahres
1936 verbracht, und die Villa auch für politische und
wissenschaftliche Konferenzen, sowie auch zum Empfang von Gästen u.a.
den damaligen König von England Edward VIII. und der Madame Simpson
benutzt.
Atatürk hat zuletzt am 28. Mai 1938 die Residenz bewohnt. Nach seinem
Tode wurde sie von den nachfolgenden Staatspräsidenten Ismet Inönü,
Celal Bayar, Cemal Gürsel, Cevdet Sunay, Fahri Korutürk und Kenan
Evren gern aufgesucht.
Am 16.9.1988 wurde von dem, dem Ministerpräsidialamt untergeordneten
'Verwaltungsamt für nationale Schlösser' eine Renovierung der Villa
vorgenommen und in ein Atatürk Museum umgewandelt. Eine ständige
Fotoausstellung mit dem Titel 'Atatürk in Istanbul' kann seitdem
hier besichtigt werden. Eine Sammlung verschiedener Bücher und
Schriften über Atatürk, kann hier gelesen und gekauft werden. Der
Adjudanten-Flügel und die Räume für das Generalsekretariat hat man
in Ferienunterkünfte für Parlamentsangehörige umgewandelt und
zwischen den einzelnen Gebäuden im Park Cafes und Restaurants
eingerichtet.
Der
Topkapi Palast
Der Topkapi-Palast in Istanbul war jahrhunderte lang der Wohn- und
Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des
Osmanischen Reiches.
Mit dem Bau des Palastes wurde bereits kurz nach der Eroberung
Konstantinopels (1453 durch Sultan Mehmet II.) begonnen.
Ursprünglich ordnete er die Errichtung eines Palastes auf dem
heutigen Beyazitplatz (Beyazit Meydani) an. Doch bald änderte er
seine Meinung und ließ den Palast letztendlich an einem Ort
errichten, der heute den Namen Sarayburnu trägt. Dabei wurden Teile
des byzantinischen Mangana-Palastes überbaut. Umfangreiche
Renovierungen und Erweiterungen beendeten den Komplex erst Anfang
des 18. Jahrhunderts. Alle osmanischen Herrscher residierten
zunächst im Topkapi-Palast, bis Sultan Abdülmeçit I. im Jahre 1856
in die neue Residenz am Ufer des Bosporus, das Dolmabahçe Sarayi,
umzog. Beide Paläste sind heute Museen.
Der Palast besteht nicht aus einem einzigen Block, sondern aus
mehreren einzelnen Gebäuden, die auf einen großen Garten getreu der
türkischen Hausbauweise verteilt sind. Die mit der Zeit zunehmende
Population und Bedürfnisse des Hofes weiteten den Palast immer
wieder aus, und überall ist die Kunst der osmanischen Beschmückung
und Dekoration sichtbar.
Der Palast war mit seiner Größe von über 69 Hektar eine eigene
Stadt. Bis zu 5000 Menschen lebten in den Räumlichkeiten. Sein Name
lautete anfangs noch Yeni Sarayı (Neuer Palast), bevor sich im 18.
Jahrhundert der Name Topkapı Sarayı durchsetzte, der sich von der
palasteigenen Kanonengießerei ableitete.
Erbaut wurde der Palast auf der Spitze einer Halbinsel. Der Blick
vom Palast erlaubt eine beispiellose Panoramasicht auf Istanbul, den
Bosporus und das Goldene Horn. Er ist in vier Höfe unterteilt, die
jeweils durch eigene Tore erreicht werden.
Erster Hof
Im ersten Hof waren vorwiegend Räumlichkeiten für Dienstleistungen
untergebracht. Auf dem parkähnlichen Platz wurden Paraden
abgehalten.
Zweiter Hof
Der zweite Hof war das politische Zentrum und beherbergte Staats-
und Verwaltungsräume. Auf der Ostseite war über die gesamte Länge
die Palastküche untergebracht, die täglich bis zu 6.000 Mahlzeiten
herstellte. Des Weiteren befanden sich auch die Unterkünfte der
Lanzenträger, die Leibgarde des Sultans, auf diesem Hof.
Dritter Hof
Der dritte Hof durfte nur nach ausdrücklicher Erlaubnis betreten
werden. Hier befand sich der Thronsaal für Empfänge der höchsten
Staatsbediensteten, der Wesire, und ausländischer Gäste. Beiderseits
des Tores war die Palastschule, wo der Nachwuchs für die Staats- und
Verwaltungsberufe ausgebildet wurde. Um Korruption zu verhindern,
gab es für junge Männer, die aus dem Einflussbereich des Osmanischen
Reiches - teilweise auch als Sklaven - zur Ausbildung in die
Palastschule aufgenommen wurden, drei Dinge als unabdingbare
Voraussetzung: 1. Es durften keine Türken sein. 2. Es mussten Waisen
sein. 3. Es durfte kein Verwandter im Palast arbeiten. Des Weiteren
befand sich der Verbotene Ort dort, der Harem. Dort waren die
Privatgemächer des Sultans und seiner Haremsdamen, bis zu 2.000
Frauen, die unter der Leitung der Sultansmutter in ihren Räumen
lebten.
Vierter Hof
Im vierten Hof befanden sich weitere Parkanlagen und Gärten auf
verschiedenen Terrassen.
Die Einrichtung der Räume des Palastes zeugt vom unermesslichen
Reichtum der osmanischen Herrscher. Nur edelstes Baumaterial wie
Marmor und Tropenhölzer, kostbarste Teppiche und teuerstes Mobiliar
wurden verwendet. Zudem wurde tonnenweise Gold zur Ausschmückung und
Verzierung verarbeitet.
Heutige Nutzung
Seit 1923 ist im Topkapi-Palast ein Museum untergebracht. Es
beherbergt Sammlungen von Porzellan, Handschriften, Portraits,
Gewändern, Juwelen und Waffen aus dem osmanischen Reich, ferner
diverse islamische Reliquien, wie Waffen Mohammeds und der ersten
Kalifen, eines der ältesten Koranexemplare oder auch Barthaare des
Propheten Mohammed. Konservative Muslime fordern deswegen eine
Schließung des Palastes für den Tourismus.
Textquelle: Ministerium für Kultur und
Tourismus, überarbeitet von Peter Kaiser