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   Das Osmanische Reich

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Der Gründer des Osmanischen Reiches ist Osman Bey. Als Führer der Stammeskonföderation der Oghusen (Oğuz) und durch die Heirat mit der Tochter  des  einflussreichen Führer Scheich Edebali der Ahi konnte er die türkischen Fürstentümer vereinen und stellte damit die Einheit der türkischen Kleinfürstentümer in Anatolien her.

Bei Rumeli drangen sie bereits vorher auf europäisches Gebiet vor. 1353 setzte Süleyman Bey, der Sohn von Orhan Gazi, mit einer Armee von fünftausend Mann nach Thrazien über. Diese Landung auf der Gallipolli-Halbinsel, also das Eindringen auf europäisches Gebiet, gilt als eines der wichtigsten Ereignisse in der türkischen Geschichte. 

Der Nachfolger von Orhan Gazi, der Sultan Murad I ist der eigentliche Eroberer des Balkans. Nach der Eroberung von Erdine im Jahr 1362 wurde diese Stadt an Stelle von Bursa zur Hauptstadt.
 

Plovdiv, Zagra und das gesamte Tal des Meriç-Flusses wurden 1663 erobert. Nach der Eroberung von ĺstanbul im Jahr 1453 durch Sultan Mehmet der Eroberer endete die Existenz von Byzanz, die Neuzeit löste damit das Mittelalter ab.

Die Osmanen setzen sich im Laufe der Zeit im Westen mit  den Serben, den Bulgaren, den Ungarn und den Veneziern auseinander. Auch das Österreichisch-Ungarische Kaiserreich, die Spanier, die Engländer, Polen, Frankreich, Russland und nicht zuletzt der Vatikan standen auf der Liste der Gegner. Die Staaten der Akkoyunlu, Timuriden, Mameluken, Safawiden und Karamanoğulları waren die Gegner im Osten. Die Osmanen konnten ihre Existenz bis zum 20. Jahrhundert aufrecht erhalten. Das osmanische Reich erstreckte sich auf drei Kontinenten, denn Sultan Selim "Yavuz" eroberte Ägypten, woraufhin das Kalifat an die Osmanen überging.

prunkvolle Osmanische Zeit Gruft von Sultan Mahmut

Die Grenzen des Staates reichten zur Zeit Süleyman des Gesetzgebers (des Prächtigen) von der Krim im Norden bis nach Jemen und Sudan im Süden, bis in das Innere des Irans und bis zum Kaspischen Meer im Osten, bis nach Wien im Nordwesten und bis nach Spanien im Südwesten.

Ab dem 16. Jahrhundert verlor das Osmanische Reich zunehmend seine militärische und auch seine ökonomische Überlegenheit an die europäischen Staaten. Im 19. Jahrhundert bemühte man sich mit Reformen vergeblich, den einsetzenden Zerfallsprozess des Reiches zu verhindern. Immer mehr Christen lösten sich durch die Gründung eigener Staaten vom osmanischen Reich ab. In die Regierungszeit von Abdülhamit II fiel die erste Konstitution (Meşrutiyet 1876) , die hier erarbeitete, im westlichen Sinn erste Verfassung zeigte aber keine positiven Auswirkungen. Diese Verfassung wurde von den intellektuellen „Jung-Türken“ dem Sultan aufgezwungen. Dieser nahm den Osmanisch-Russischen Krieg von 1877 – 78 als Anlass, das Parlament zu schließen und somit die fand die konstitutionelle Periode ein schnelles Ende.  

Der Wasserspeicher "Yerebatan" Auf dem Bosporus

Die Jung-Türken bildeten als Oppositionsbewegung die "Partei für Einheit und Fortschritt" und deklarierten ein zweites mal (1908) die Konstitution, als sie am 31. März die Herrschaft als Folge eines Aufstands selbst übernommen hatten.

Das osmanische Reich sah sich indessen neuen Sorgen und Kriegen gegenüber. Eine Ein-Parteiendiktatur der Partei für Einheit und Fortschritt wurde durch die Niederlagen im libyschen Krieg mit Italien (1911 - 1912) und im unmittelbar danach ausbrechenden Balkankrieg (1912 - 1913)  ermöglicht. Den endgültigen Niedergang des Reiches besiegelte der Erste Weltkrieg (1914 – 1918).  Bei der zum Kriegsende erfolgten Annahme des Waffenstillstandsabkommens von Mondros besetzten Russland, England und Griechenland Teile des osmanischen Reiches.

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