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  Istanbul in vier Tagen - alle Höhepunkte Istanbuls in wenigen Tagen


 

Bilder aus Istanbul

Sie haben nur wenig Zeit für eine Stipviste in Istanbul?

Wir haben für Sie eine Kurzprogramm ausgearbeitet, mit dem Sie Istanbul in vier Tagen individuell erleben können, ohne Reiseleiter und ohne Massenabfertigung.

Selbst in nur wenigen Tagen können Sie gezielt und ohne Hast und Stress die Höhepunkte dieser einmaligen Stadt, die auf zwei Kontinenten liegt, sehen und erleben.

Lassen Sie sich überraschen und rufen ihr Reisebüro an, Sie brauchen nur einen Flug.


Istanbul in vier Tagen
von Peter Kaiser - Antalya

Wie Essen und die ungarische Stadt Pecs, wurde auch die Metropole Istanbul am Bosporus  für das Jahr 2010 zur Kulturhauptstadt erklärt.

Wer für einen Istanbul Besuch nur ein paar Tage zur Verfügung hat, möchte in dieser kurzen Zeit natürlich auch so viel wie möglich von dieser einzigartigen Weltstadt sehen und erleben.

Wir stellen Ihnen ein ideales Programm für einen Kurzbesuch in der Weltmetropole vor, dass sowohl viele Höhepunkte beinhaltet und auch viele Insidertipps bereit hält. Mit den folgenden Vorschlägen kommen Sie sogar ohne Reiseleiter aus.

1.      Tag: Klassische Sehenswürdigkeiten der Altstadt

2.      Tag: Topkapı Palast Museum und die Neustadt

3.      Tag: Das Goldene Horn, Eyüp und die Stadtmauer

4.      Tag: Der Bosporus

Die Tage sind so geplant, dass eine Führung oder eine Besichtigung jeweils ohne Zeitverluste durch lange Anfahrten möglich sind.

Obwohl Istanbul immer als die Stadt auf zwei Kontinenten bekannt ist, teilt man die Stadt in drei Teile, die auch jeweils den Namen der Zentren tragen.

Es sind der europäische Teil (türkisch: Avrupa yakası), der sogenannte asiatische Teil  (türkisch: Asay yakası) und die anatolische Seite (türkisch: Amadolu yakası)

Der europäische Teil Istanbul teilt sich nochmal auf in die Altstadt und Neustadt. Istanbuls historisches Zentrum in der Altstadt heisst Sultanahmet. Das Zentrum und zugleich auch Verkehrsknotenpunkt auf der Neustadtseite nennt man Taksim, auf der anatolischen Seite sind es Üsküdar und Kadıköy.

Tag 1 - Die klassischen Sehenswürdigkeiten der Altstadt

Hippodrom Blaue Moschee Hagia Sophia Yerebatan Zisterne Großer Basar Ägyptischer Basar

Dieser  erste Tag besteht aus einem kulturellen Vormittag mit Besichtigungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und endet am Nachmittag mit dem Leben und Treiben auf den Basaren. Ideal ist es von dem Hippodrom anzufangen, denn es ist die älteste Sehenswürdigkeit aus der römischer Zeit und man kann der Reihe nach die blaue Moschee und die Hagia Sophia besichtigen ohne einen Umweg zu machen.

Es ist der historische Altstadtkern der sich an der Spitze der Landzunge befindet und der Platz der generell als Sultanahmet-Platz (nach der Moschee Sultan Ahmet Blaue Moschee) benannt wird.

Das Hippodrom, die römische Wagenrennbahn, erreicht man sehr leicht mit der Straßenbahn, die entlang der Hauptstraße durch die ganze Altstadt fährt.

An der Hagia Sofia in Sultanahmet Der Park an der Sultanahmet Moschee

Das Hippodrom liegt rechts von der Blauen Moschee. Auf diesem Platz sieht man gut den Deutschen Brunnen, der von Kaiser Wilhelm II. dem damaligen Sultan geschenkt wurde.

In unmittelbarer Nähe steht der Obelisk, eine Schlangensäule aus Ägypten, die ursprünglich aus Delphi stammte. Geht man südlich links die Straße bergab, kann man das einzige Teil des Hippodroms sehen, die Sphendone.

Rund herum auf dem Hippodrom (türkisch: At Meydanı ) sieht man folgende Gebäude (von rechts nach links):  Katasteramt aus dem 19. Jhd., den Ibrahim Pasha Palast, heute das Museum für die alte Islamische und Türkische Kunst aus dem 16. Jhd, das Rektorat der Marmara Universität aus dem 19. Jhd. und die Blaue Moschee, die im 17. Jhd. fertig gestellt wurde.

Vom Hippodrom aus gelangt man direkt zum Außenhof der Blauen Moschee, über den gleichzeitig auch der Zugang zum Innenhof diese Komplexes möglich ist.

Dieser  Platz bietet einen einzigartigen Blick auf die Höhepunkte osmanischer Moscheenarchitektur. Die Blaue Moschee wurde unter der Regierung des Sultan Ahmet I. gebaut und hat sechs Minarette.

Reiseleiter erzählen gerne die Geschichte, dass der Sultan von dem Meisterarchitekt eine Moschee verlangte, die goldene Minarette haben sollte. Der Architekt Mehmet Aga soll sich aber geirrt und die beiden türkischen Wörter Altın (für Gold) und Altı (für die Zahl sechs) verwechselt haben. Deshalb soll die Moschee mit sechs Minaretts gebaut worden sein.

Besucher der Moschee bekommen am Eingang eine Plastiktüte, in der sie ihre Schuhe stecken können. Beim Betreten der Moscheen werden die Schuhe am Eingang ausgezogen. Frauen sollten für alle Fälle ein Kopftuch dabei haben und aus Respekt gegenüber der Religion nur mit bedeckten Schultern in die Moscheen eintreten.

Im Gebetssaal der Blauen Moschee merkt man natürlich sofort, warum die Moschee als die Blaue Moschee berühmt wurde. Obwohl die Einheimischen die Moschee als Sultan Ahmet Moschee bezeichnen, wurde sie wegen der intensiven blaue Farbe im Inneren, von den ersten Reisenden im 17. Jhd. als die Blaue Moschee  bezeichnet.

Beim Verlassen der Moschee in Richtung Hagia Sophia folgt man einem Weg, von dem aus wohl die meisten Fotos geschossen werden.  Auf halber Streck hat man gegenüber liegend beide Gebäude im idealen Fokus.

In der Parkanlage davor werden im Frühjahr Tausende von Tulpen angepflanzt, der Anblick ist eine einzige Augenweide.

Die Hagia Sophia hat eine lange Geschichte hinter sich. Sie war zuerst eine Kirche, dann eine Moschee und ist heute ein Museum. Da es keine Gottesdienste mehr gibt, können hier beim Betreten die Schuhe anbleiben, auch ist für Frauen ein Kopftuch für den Besuch nicht erforderlich. 

Die Hagia Sophia diente 916 Jahre lang als eine christliche Kuppelbasilika und wurde 1453 unter osmanischer Herrschaft zu einer Moschee umgewandelt. Deshalb zeigen sich an und in diesem einmaligen Bauwerk die Eigenschaften einer Kirche und einer Moschee zugleich.

Besonders sehenswert sind die Mosaiken aus dem Zeitraum 10. bis 13. Jhd., die die Eigenschaften der byzantinischen Frührenaissance wiedergeben. Eine befindet sich im zweiten Vorraum über der Kaiserstür, drei Bilder befinden sich auf der Galerie, also im oberen Geschoss, ein weiteres und zwar das Marienmosaik ist in der Apsiskuppel zu sehen. Das wertvollste Mosaik sieht man am Ausgang, wo in einem Bild gleich zwei Kaiser abgebildet sind.

Wer seine geheimsten Wünsche in Erfüllung bringen lassen möchte, sollte nicht die Schwitzende Säule verpassen, die sich links in der nordwestlichen Ecke im Naos befindet. Sie ist nicht zu übersehen , weil sich dort immer wieder jede Menge von Neugierigen und abergläubischen Menschen aufhalten. Sowohl Reisende, als auch Einheimische.

In der Zisterne Yer Batan in Istanbul Der Mädchenturm, ein bekanntes Denkmal Istanbuls

Schräg gegenüber der Hagia Sophia liegt die Basilika Zisterne, die gleichzeitig mit der Hagia Sophia in Byzantinischer Zeit im 6. Jhd. gebaut wurde. Eines von vielen Wasserreservoirs, die man heute kennt und besichtigen kann. Es ist die größte, die heute noch Wasser beinhaltet Sie diente auch als Kulisse für eine Szene des James-Bond-Films Liebesgrüße aus Moskau.

In kaum einer anderen Stadt der Welt gibt es so viele Märkte und Basare, wie in Istanbul. Im Großen Bazar, der tatsächlich weltweit der größte bekannte überdachte Bazar ist, gibt es mehr als 4.000 Läden. Versteckte Innenhöfe und schöne Gewölbe verwandeln den Großen Bazar zu einer Kulisse wie aus 1001 Nacht.

Wie schon vor Jahrhunderten wird hier noch jeder Handel zum Lebensinhalt. Ohne Hektik wird der auserwählte Gegenstand betrachtet, seine Vorzüge gepriesen und der Preis bei einem Glas Tee leidenschaftlich diskutiert und verhandelt.

In Richtung des Ortsteils Beyazit gibt es einen Büchermarkt mit herrlichen, alten Läden, in und vor denen sie stundenlang nach Raritäten in allen Spachen stöbern können. Bergab durch das Viertel Mahmutpaşa gelangt man durch ein Großhandelsgebiet, voll mit pulsierendem Leben. Es ist der geheime und direkte Weg der Einheimischen, der zu dem Ägyptischen Basar, also zum  Gewürzmarkt der Stadt führt. Alle Düfte die der Orient zu bieten hat, vereinigen sich hier zu einer einzigartigen und unglaublichen Duftkomposition.

Eminönü heißt der Stadtteil, den man zum Schluss durchstreift. Er liegt direkt an der berühmten und inzwischen neu gebauten Galata Brücke, die über das Goldene Horn führt.

Davor ein riesiger Platz voller Leben, mit der wundervollen Kulisse der Moscheen und Minarette von Istanbul im Hintergrund. Wer zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs hierher kommt, der weiß sofort, warum dieser Platz am Bosporus „Goldenes Horn“ heißt. Der ideale Platz für Romantiker und Genießer.

Hinweise für diesen Tag: Es ist ein Tagesausflug – zwischen 5 bis 8 Stunden. Der kulturelle Teil beträgt je nach Interesse zwischen 3 und 5 Stunden, das Nachmittagsprogramm kann je nach Tempo und Interesse 2 bis 3 Stunden in Anspruch nehmen.

Anfahrt: Einfach und leicht von der Altstadt oder Neustadt mit der Straßenbahn. Es gibt nur eine Strecke die durch die ganze Altstadt über die Galata Brücke auf die Neustadtseite fährt bis nach Kabataş.  An der Haltestelle „Sultanahmet“ aussteigen.

Eintritt: Der Besuch von Moscheen ist kostenlos, Eintrittsgelder in Museen (montags geschlossen) bezahlt man ausschließlich in Landeswährung, der türkischen Lira.

Aufpassen: Wie an jedem Ort der Welt, wo es imposante Sehenswürdigkeiten gibt, treiben auch reichlich Schlepper ihr Unwesen, die Sie durch diese Sehenswürdigkeiten gerne führen wollen. Ihr eigentliches Ziel ist jedoch eines der umliegenden Teppich- oder Goldgeschäfte, in die man Sie locken will. Vermeiden Sie es unbedingt, sich mit derartigen Leuten auf irgendeine Art einzulassen. Bei großen Menschenmengen sollten Sie auch immer die normale Sorgfalt walten lassen damit Sie Taschendieben keine Chance geben.

Tag 2 Der Topkapı Palast – Museum und die Neustadt

Der Topkapı Palast (türkisch Topkapı Sarayı) liegt in der Altstadt hinter der Hagia Sophia im Ortsteil “Sultanahmet“ auf der Spitze der Halbinsel. Hier lag 400 Jahre lang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches.

Mit dem Bau des Palastes wurde bereits kurz nach der Eroberung Konstantinopels 1453 begonnen. Von Sultan Mehmet den II. an residierten die osmanischen Herrscher zunächst im Topkapı-Palast, bis Sultan Abdülmecit I. im Jahre 1856 in die neue Residenz am Ufer des Bosporus, das Dolmabahçe Sarayı, umzog. Beide Paläste sind heute Museen.

Der Topkapı Palast war mit seiner Größe von über 700.000 qm eine eigene Stadt und besteht nicht aus einem einzigen Block, sondern aus mehreren Gebäuden, die sich in einer großen Gartenanlage nach der türkischen Hausbauweise verteilen. Überall ist die Kunst der osmanischen Verzierungen und Dekorationen sichtbar.

Der prunkvolle Eingang zum Dolma Bahce Palast Im Topkapi Palast, dem Herrschersitz der Sultane

Der Blick vom Palast aus erlaubt beispielloses Panorama auf Istanbul, den Bosporus und das Goldene Horn. Er ist in vier Höfe unterteilt, die jeweils durch eigene Tore erreicht werden können. Drei dieser Höfe bilden heute das Museum. Im ersten Hof wurden verschiedene Zweckgebäude errichtet. Heute sieht man noch die Irenen-Kirche, deren Besuch aber nicht gestattet ist. Sie ist nur für besondere Konzerte geöffnet.  Neben der ehemaligen Münzprägerei folgt ein Weg herunter zum Archäologischen Museum. 

Für das Nachmittagsprogramm auf der Neustadtseite gelangt man entweder zu Fuß, oder mit der Straßenbahn über die Galata Brücke zum anderen Ende nach Karaköy.

Fahren Sie mit der Tunnelbahn (türkisch:Tünel), einer der ersten wohl existierenden U-Bahn der Welt! Sie führt vom Goldenen Horn hinauf zur Istiklal Caddesi, die alte Rue du Pera. Mit wunderschönen Jugendstilhäusern, geprägt durch griechische, osmanische und französische Einflüsse. Hier haben heute weltbekannte Modemarken ihre Geschäfte. Restaurants, kleine Basare und Geschäfte machen einen Bummel über diese Straße lohnenswert.

Schon damals war Istanbul ausgesprochen international ausgerichtet, eine Weltstadt im besten Sinne. Franz Liszt lebte in Istanbul und der Franzose Flaubert wirkte hier. Es gab Uraufführungen der europäischen Romantiker an dem ersten hiesigen Theater.

Bis heute hat Istanbul eine der größten Vielfalten an verschiedenen Religionen in einer Stadt, die alle in unmittelbarer Nachbarschaft und friedlich miteinander leben. Eine katholische und eine armenische Kirche gehören auch dazu. Der Orient-Express und Agatha Christi haben den Pera Palas berühmt gemacht, ein wunderschönes Hotel für Nostalgiker. Ein Besuch im Kaffee Pera Palas lohnt sich allemal.

Ein Abstecher zu Fuß von der Istiklal Strasse zum Galata Turm führt den Besucher auf eine Aussichtsplattform in 160 Metern Höhe. Von hier aus bietet sich ein atemberaubendes Panorama über die Skyline der Stadt und auf den Bosporus.

Die Tour endet am Taksimplatz, dem zentralen Platz am Anfang der Istiklal Caddesi.

Hinweise für den Tag: Ein Tagesausflug – zwischen 5 bis 8 Stunden. Die Besichtigung des Topkapı Palastes dauert Minimum 2 Stunden ohne Harem. Das Nachmittagsprogramm kann auch je nach Tempo, Interesse und Shopping-Gelüsten bis 4-5 Stunden dauern.

Anfahrt: Sehr einfach von der Altstadt oder Neustadt mit der Straßenbahn. Es gibt nur eine Strecke die durch die ganze Altstadt über die Galata Brücke auf die Neustadtseite fährt nach  “Kabataş“. An der Haltestelle Sultanahmet aussteigen. Die gleiche Linie fährt auch nach Karaköy.

Eintritt: Eintrittsgelder in türkischer Lira im Topkapı Palast, ggfls. auch im Harem, sowie Galata Turm. Die Museen  sind immer montags geschlossen, außer dem Topkapı Palast. Dieser ist dienstags geschlossen.

Tag 3  - Goldenes Horn, Eyüp und die Stadtmauer

Haliç heißt ein über 7 km langgezogener Meeresarm des Bosporus und begrenzt zusammen mit dem Marmarameer die südlich gelegene Halbinsel. Während des Byzantinischen Reiches war das Goldene Horn der wichtigste Hafen der Stadt.

Es gibt in Istanbul eine sehr gute Gelegenheit am Goldenen Horn entlang zu fahren. Am besten mit einer der traditionellen Fähren (türkisch: Vapur). Sie legen in einigen Stadtvierteln auf  beiden Seiten an den Anlegern an. Sie genießen nur die Fahrt, gönnen sich vielleicht an Bord ein Simit und ein Glas Tee und steigen an der letzten Station aus. In Eyüp ... 

Eyüp liegt nordwestlich der Stadtmauer am Ende des Goldenen Horns. Benannt ist der Stadtteil nach „Eyüp al Ansari“, einem Bannerträger Mohammeds, der bei der erfolglosen ersten Belagerung von Konstantinopel durch die Muslime im Jahre 674 vor der Stadtmauer fiel. Sein Grab, das der Legende nach durch den Traum Sultan Mehmet II.  kurz nach der osmanischen Eroberung wiedergefunden wurde, befindet sich heute im Hof der Eyüp Sultan Moschee und wird von zahlreichen Pilgern besucht. Dieser älteste osmanische Stadtteil ist bis heute islamisch geprägt.

Über den zweitgrößten osmanischen Friedhof, der an einem Hügelhang liegt, gelangt man zum bekannten Pierre Loti Cafe. Der Namensgeber des Cafés war der französische Marineoffizier und Schriftsteller Pierre Loti (1850 1923), der mehrere Jahre seines Lebens in Istanbul und am Anfang 20. Jhd. hier im Eyüp in diesem Haus verbrachte, wo er die Stadt und seinen Aufenthalt auch literarisch verewigte.

Es gibt nicht viele Orte in Istanbul, die einen derart herrlichen Blick über das Goldene Horn und Istanbul gewähren. Unter schattigen Bäumen sitzend hat man den Blick weit über die sieben Hügel Istanbuls hinaus. Eine ganz andere Aussicht als vom Galata Turm oder einem der höhere Gebäuden des Zentrums. Einst so etwas wie ein Geheimtipp. Heute ist der Besucherstrom von Einheimischen und Touristen stark angestiegen. Vor allem seit eine kleine Seilbahn den zwanzigminütigen Aufstieg ersetzt.

Die Chora-Kirche (türk. Kariye Camii) im Stadtteil Edirnekapı, nahe der Stadtmauer gelegen, ist eine ehemalige byzantinische Kirche. Die Mosaiken und Fresken im Stil der Palaiologischen Renaissance zählen zu den bedeutendsten und aufwändigsten Sakralzyklen weltweit. Die Kirche wurde unter den Osmanen im frühen 16. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt, nach 1948 restauriert und als Museum wieder eröffnet.

Rund um die Kariye-Moschee hat der türkische Automobilklub Turing einen ganzen Komplex von Holzhäusern aus osmanischer Zeit renoviert.

Hinweise für den Tag: Ein Tagesausflug – zwischen 4 bis 6 Stunden.

Anfahrt: Die Anlegestelle der Fähre liegt an der Galata Brücke. Von Eyüp nach Edirnekapı fährt man am besten mit einem Taxi.  Die öffentliche Buslinie Nr. 39 fährt auch nach Edirnekapı. Dort steigt man an den Stadtmauern aus.

Eintritt: Nur im Chora Museum (jeden Mittwoch geschlossen).

Tag 4 Der Bosporus

Ein Aufenthalt in Istanbul wäre unvollständig ohne eine Ausflugsfahrt auf dem Bosporus, der Istanbul von der europäischen und asiatischen Seite trennt. Am besten mit einer Sonderfahrt der städtischen Fährlinien vom Ausgangspunkt Eminönü, genannt: “Boğaz Özel Seferi“

Eine Tour auf dem Bosporus gehört einfach dazu Nostalgie auf den alten Bosporus Fähren

Eine Fahrt auf dem Bosporus gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Touristenaktivitäten in Istanbul. Auf dem Schiff entflieht man der Hektik und dem pulsierenden Leben der aufstrebenden Metropole. Man kann unterwegs viele Sehenswürdigkeiten entdecken. Und wer bis zur letzten Station mit fährt kann den Ausflug mit einem Blick über das Schwarze Meer krönen – an der Endstation in “Anadolukavağı“ von der Burg Yoros (Yoros Kalesi) aus.

An den beiden Ufern dieser Wasserstraße, herrscht ein harmonisches Leben von Vergangenheit und Gegenwart, von Glanz und schlichter Schönheit. Neben alten Sommervillen aus Holz stehen prunkvolle Hotels. Mächtigen Marmorpalästen und eleganten Wohnvierteln folgen kleine Fischerdörfer.

Die Tour über den Bosporus führt zunächst an der 600 Meter langen Fassade des Dolmabahçe Palastes vorbei. Es war der letzte Sitz der Sultane. Auch Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk verbrachte seine letzten Jahre in diesem Regierungssitz.

Der folgende Cırağan-Palast wurde sehr aufwendig restauriert und beherbergt nun eines der luxuriösen Hotels Istanbuls. In Ortaköy, der nächsten Anlegestelle herrscht seit Jahrhunderten religiöse Toleranz, wie eine Moschee, eine Synagoge und eine Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft bezeugen. Zugleich ist Ortaköy auch ein Vergnügungsviertel, wo an Sommerabenden und Wochenenden in feinen Cafes  und Restaurants mit direkter Lage am Bosporus Hochbetrieb herrscht. Einen starken Kontrast zu der traditionellen Architektur des Ortes bildet die moderne Brücke über den Bosporus, die als eine der längsten Hängebrücken der Welt Europa mit Asien verbindet.

Der Beylerbeyi-Palast liegt auf der asiatischen Seite hinter der Brücke. Hinter dem Palast erhebt sich der Camlica Hügel, der einen herrlichen Blick auf Istanbul erlaubt. Am gegenüber liegenden Ufer bilden die aus osmanischer Zeit stammenden Holzvillen einen reizvollen Kontrast zu den Luxuswohnhäusern des mondänen Nachbarortes Bebek.

Nur wenige Kilometer weiter, an der engsten Stelle des Bosporus, liegen sich an den Ufern die Festungen Anadolu Hisari und Rumeli Hisari gegenüber. Vom Anadolu Hisari schmückt der Küçüksu-Palast das asiatische Ufer. Die Fundamente der Fatih Sultan Mehmet Brücke, der zweiten Brückenverbindung über beide Kontinente, stehen in der Nähe der Festungen.

Hinweise für den Tag: Für die Tour über den Bosporus sollte man einen halben bis ganzen Tag einplanen.

Anfahrt: Die Anlegestelle der städtischen Fähre liegt in “Eminönü“ an der Galata-Brücke.

Tipp: Bei der Bosporus-Tour sollte man beachten, dass neben der Anlegestelle der städtischen Fähren auch private Anbieter lautstark versuchen, ihr Angebot anzupreisen.

Der Unterschied: Die städtischen Fähren fahren in der Sommersaison wochentags zweimal. Wer will, kann unterwegs an einer beliebigen Station aussteigen und mit dem nächsten Schiff weiterfahren. Das ist bei den privaten Schiffen nicht möglich. Auch dauern die Fahrten der Privaten auch meist nur 1 Stunde, sie geht bis zur zweiten Bosporus Brücke und von dort aus wieder zurück. Auch fehlt ihnen jegliche Patina und der Hauch Nostalgie, die noch von den alten städtischen Fähren ausgeht.


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